Besser vorbereitet: Herausforderung Nachfolge

Christoph Lieber

Es gibt kaum ein sensibleres Thema für Unternehmen als das der Nachfolge. Unsere Branche ist keine Ausnahme, im Gegenteil. Während das Kerngeschäft für viele unabhängige Vermögensverwalter vertrautes Terrain darstellt, ist die Entscheidung und Strukturierung der Nachfolge oft Neuland, das man ungerne betritt. Tatsächlich gehen Vermögensverwalter eine geordnete Nachfolge meist sehr spät und manchmal zu spät an. Gerade für ältere Gründer kleinerer Unternehmen stellt sie nicht nur eine organisatorische und ökonomische Herausforderung dar, sondern oft genug auch eine persönliche. Das ist nachvollziehbar, haben die Gründer schliesslich viele Jahre in den Aufbau ihres Unternehmens investiert und in dieser Zeit enge und vertrauensvolle Kundenbeziehungen aufgebaut. Solche Kundenbeziehungen lassen sich nicht so einfach auf Nachfolger übertragen. Schon gar nicht von heute auf morgen.

In der Regel sind die Inhaber selbst mit durchschnittlich über 60 Jahren noch überaus motiviert und fähig. Die Kunden profitieren von deren jahrzehntelanger Erfahrung. Doch die Beibehaltung des Status quo ist kein Rezept für ein zukunftsfähiges Unternehmen. Wer den notwendigen Generationenwechsel verpasst, verpasst ebenso die damit einhergehenden Chancen. Die Vermögensverwaltung ist eine Wachstumsbranche – gerade auch in Deutschland, wo die Marktabdeckung im Vergleich zur Schweiz relativ gering und daher besonders ausbaufähig ist.

Der Generationenwechsel muss frühzeitig geplant werden

Um einen Generationenwechsel erfolgreich gestalten zu können, muss er frühzeitig geplant und gründlich vorbereitet werden. Manchmal hat man bereits langjährige Mitarbeiter zu Führungskräften aufgebaut, was es erleichtert. Manchmal müssen passende Führungskräfte aber erst auf dem Markt gefunden werden. Der Wettbewerb um die besten Köpfe ist schon heute intensiv und wird künftig aller Wahrscheinlichkeit nach nicht leichter werden. Hochtalentierte Mitarbeiter mit Führungsqualität zu finden und für das Unternehmen zu begeistern, ist eine Herausforderung. Auch, weil einige High Potentials es vorziehen, ihre Karrieren in anderen Bereichen der Finanzbranche weiterzuverfolgen, statt in der Vermögensverwaltung, wo Verantwortung für ein Portfolio zu übernehmen oder intensive Kundenkontakt zu pflegen sind.

Glücklicherweise gibt es auch jene, die dazu bereit sind und sich gerne von den Vorteilen eines unabhängigen Vermögensverwalters überzeugen lassen. Sie müssen erfolgreich integriert werden und in der Lage sein, die Philosophie und das Wertekonzept ihres neuen Unternehmens zu verkörpern. Hinzu kommt, dass sie als „Vermögensverwalter der Zukunft“ auch die veränderten Erwartungen neuer Kundengruppen antizipieren und erfüllen sollen, was sowohl ein tiefes Verständnis für persönliche Beratung wie auch für neue digitale Instrumente und Tools erfordert.

In der Schweiz hat das Thema Nachfolge eine weitere Dimension

Nach einer Studie von Dun & Bradstreet ist die Nachfolge bei über 15 Prozent der rund 16'000 schweizerischen kleinen und mittleren Unternehmen aus der Finanzbranche, deren Inhaber älter als 60 Jahre sind, bislang nicht geregelt. Gerade den unabhängigen Vermögensverwalter unter diesen Unternehmen fällt es offenbar nicht leicht. Das hat in der Schweiz auch gesamtwirtschaftliche Implikationen. Immerhin schaffen die über 2'100 unabhängigen Vermögensverwalter – in Deutschland sind es nur rund 400 – nicht nur viele hochqualifizierte Arbeitsplätze, sie generieren auch hohe Steuereinnahmen.

Eine nicht rechtzeitige oder fehlende Regelung der Nachfolge hätte daher weitreichende Konsequenzen. Zudem geht der Finma-Bewilligungsprozess für Vermögensverwalter immer noch sehr langsam voran, obwohl das Finanzinstitutsgesetz (Finig) verlangt, spätestens am 31. Dezember 2022 ein Bewilligungsgesuch einzureichen, wenn Vermögensverwalter ihre Geschäfte weiterführen möchten. Allerdings gaben in einer Umfrage der Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma Ende 2021 ca. 13 Prozent der befragten Vermögenverwalter an, kein Gesuch stellen zu wollen. Wenn sich dies im Laufe des Jahres 2022 nicht ändern sollte, könnte es dazu führen, dass ein erheblicher Teil der Unternehmen sein Geschäft aufgeben oder verkauft werden muss.

Es gibt kein Patentrezept für eine erfolgreiche Nachfolge

Die herkömmlichen Wege zur Regelung der Nachfolge reichen von familieninternen Lösungen (Family Buyout) über die Übernahme durch ein firmenexternes Management (Management Buy-in) bis hin zu einer Übernahme durch Mitarbeitende (Management Buyout). Doch eine familieninterne Nachfolge setzt viel Qualifikation und Leidenschaft für die Branche voraus. Firmenexterne Manager wiederum könnten sich unvorteilhaft auf bestehende Kundenbeziehungen auswirken, wenn sie Kunden verunsichern, weil deren Ansprechpartner plötzlich ganz andere sind. Die Übernahme durch bestehende Mitarbeiter wiederum scheitert oft am nötigen Kapital – und daran, dass nicht jeder hochqualifizierte Vermögensberater oder Portfoliomanager das Zeug zu einem erfolgreichen Unternehmer hat. Nicht zuletzt und bereits angesprochen kann es für einen Eigentümer auch ein emotionales Problem sein, sein Lebenswerk in fremde Hände zu übergeben.

Die perfekte Lösung gibt es nicht, nur individuelle Lösungen. Diese müssen Alteigentümer bei einer Veräusserung ihrer Anteile in die Entwicklung der jeweils besten Regelung einbeziehen und ihnen die Möglichkeit lassen, das für sie passende Modell auszuwählen. Egal, ob sie sich für einen sofortigen oder schrittweisen Rückzug aus dem Unternehmen entscheiden oder weiterhin unternehmerische Verantwortung übernehmen und damit Einfluss auf die Geschicke des Unternehmens behalten, innerhalb der Geschäftsführung oder in einem Beirat. Zu den Merkmalen individueller Nachfolgemodelle gehört auch die Teilhabe am zukünftigen Erfolg des Unternehmens. Solch eine Teilhabe kann auch anderen Führungskräften angeboten werden, mit denen der Wachstumskurs eingeschlagen wird.

Diese Modelle, sowie auch Unterstützung bei regulatorischen Fragen, bei Wachstumskapital und in operativen Bereichen bieten wir von Cinerius Financial Partners unabhängigen Vermögensverwaltern, die massgeschneiderte Nachfolgelösungen anstreben. Es ist uns wichtig, gemeinsam mit ihnen sehr individuelle Lösungen zu entwickeln. Nicht allein deshalb, weil wir als unternehmerisch agierende Holding wissen, wie entscheidend sie für den zukünftigen Erfolg eines Vermögensverwalters sind. Sondern auch, weil es der Respekt vor den Lebensleistungen der Eigentümer und Gründer gebührt.

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